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Mo, 15.06.2009 um 11:59Der Traum vom SchwedenhausWeite W�lder, tiefblaue Seen und dazwischen rote, gelbe oder auch blaue H�uschen mit wei�en Einfassungen: Sp�testens seit Astrid Lindgren ist das Bild vom Leben in Schweden ein sehr romantisches.

Weil die schwedische Holzbauweise aber nicht nur h�bsch, sondern auch energiesparend und �kologisch sinnvoll ist, stehen auch in deutschen Siedlungen immer mehr "Schwedenh�user".

���Doch was genau ist eigentlich so ein Haus? "Schwedenhaus ist kein gesch�tzter Begriff, sondern bezeichnet lediglich die in Schweden �bliche Holzbauweise", erkl�rt Hans Schr�der vom Regionalb�ro des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Augsburg.

"In der Regel haben diese H�user zwei Geschosse, ein flach geneigtes Satteldach und sind auch von au�en mit Holz verkleidet." Und nat�rlich sind sie meist ein bunter Farbklecks im Einheitsbrei der Neubausiedlungen: "Schwedenrot" ist nach wie vor der Renner unter den Holzfassadenfarben.

���Aussagekr�ftiger als das romantische Klischee vom h�bschen bunten Holzhaus ist aber die spezielle Art der Gestaltung und Konstruktion der nordischen Bauweise, betont der Architekt und Autor Jon Steinfeld aus Karlsruhe, der ein Buch �ber die skandinavische Architektur verfasst hat.

"Das skandinavische Wohnen zeichnet sich durch Reduzierung und Effizienz aus.

Es finden sich selten spektaktul�re Experimente in Gestaltung oder Konstruktion.

Die Bauten sollen den Bed�rfnissen der Menschen gerecht werden, und viel mehr wird nicht f�r notwendig gehalten." ���Schlichte, klare Formen ohne viel Schnickschnack, sinnvolle Proportionen und eine kompakte Bauweise sind also typisch f�r die "Schwedenh�user".

Da es sich um Holzrahmenkonstruktionen handelt, k�nnen die meisten Bauteile vorgefertigt geliefert werden.

Das verk�rzt die Bauzeit enorm: Je nach Modell l�sst sich der Traum vom "Schwedenhaus" in nur einer bis sechs Wochen erf�llen.

"Das spart bares Geld, weil man nicht noch Monate woanders Miete zahlen muss", so Gerhard Langer, Gesch�ftsf�hrer des Unternehmens Aladomo Immobilien in Ritterhude (Niedersachsen), das sich unter anderem auf "Schwedenh�user" spezialisiert hat.

���Nat�rlich legt die Entscheidung f�r ein "Schwedenhaus" den Hausbesitzer stilistisch zumindest bei der Fassade ziemlich fest.

"Wer ein skandinavisches Haus baut, der verzichtet automatisch auf eine Betonung des Individualstils", so Steinfeld.

"Innerhalb des Grundrisses sind aber alle Variationen m�glich", sagt Hans Schr�der.

���Hauptargument der "Schwedenhaus"-Fans sind l�ngst nicht mehr nur die Optik oder die kurze Bauzeit: In Zeiten von Klimawandel und steigenden Energiepreisen z�hlt vor allem der �ko-Touch.

Nicht nur, dass Holz ein nachwachsender Baustoff ist.

"Schwedenh�user" schonen vor allem auf lange Sicht den Geldbeutel, weil ihre Bewohner weniger heizen m�ssen: "Unsere n�rdlichen Nachbarn haben schon viel l�nger als wir �ber Energieeinsparung nachgedacht", sagt Schr�der.

"Deshalb sind viele Geb�ude sehr energieeffizient." ���Die H�lle solcher Holzh�user lasse sich einfach und wirksam d�mmen, erkl�rt Jon Steinfeld, weil das Holz selbst mitd�mme, ohne eine K�ltebr�cke zu bilden.

Auch der h�ufige Verzicht auf einen Keller bringt energiem��ig Pluspunkte.

Automatisch mitgeliefert wird die Energieersparnis aber nicht unbedingt: "Nicht jedes "Schwedenhaus" ist ein Passivhaus", warnt Schr�der.

"Man sollte bei der Bestellung sehr genau festlegen, wie hoch der Energieverbrauch tats�chlich ist." ���Auch m�sse sich jeder Bauherr dar�ber im Klaren sein, dass Holz als Naturstoff witterungsanf�llig ist und daher Pflege braucht, erg�nzt der Architekt Christian Gsella aus Prien (Bayern), der in Oslo studiert hat und so um die Vor- und auch Nachteile der skandinavischen Architektur wei�: "Man muss bei Holzbauten genau beachten, von welcher Seite der Schlagregen kommt, wie stark die Sonneneinstrahlung ist, oder ob das Holz, so wie es verbaut wurde, gen�gend atmen kann, damit es nicht zu Feuchtigkeitssch�den kommt." ���Schwierigkeiten bei der Genehmigung eines "Schwedenhauses" in deutschen Neubausiedlungen gibt es - anders als noch vor einigen Jahren - heute kaum mehr.

Die daf�r zust�ndigen �rtlichen Baubeh�rden w�ssten schlie�lich auch, dass �kologisch sinnvolles Bauen politisch gewollt ist, erkl�rt Langer.

��INFO: Jon Steinfeld, Thomas Steinfeld: Skandinavische Architektur, DVA, ISBN 978-3-421-03643-8; Gabriele Walter: Ein Haus aus Holz, Blottner, ISBN 978-3-893-67101-4; Johannes Kottj�:�Die neuen Holzh�user: Bauen mit einem nat�rlichen Material, DVA, ISBN 978-3-421-03515-8.



http://www.geomix.at/news/der-traum-vom-schwedenhaus-5865-2726991177.html
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